Beiträge von Senaja

    Selbstverletzendes Verhalten. Was ist das?


    Selbstverletzendes Verhalten liegt dann vor, wenn eine Person sich selber aktiv, direkt, bewusst oder unbewusst, wiederholt Verletzungen zufügt, die nicht zum im jeweiligen Kulturkreis üblichen Verhaltensrepertoire zählen und keine intendierte suizidale Wirkung haben. ( Neppert, 1998 )
    Selbstverletzende Verhaltensweisen sind als eindeutige und ernst zu nehmende Zeichen einer krisenhaften Entwicklung zu sehen. Selbstverletzungen treten meist wiederholt auf, teilweise nehmen
    Häufigkeit und Schweregrad der selbstschädigenden Aktionen im Laufe der Zeit zu.


    Was hilft:


    - offen darüber reden
    - Kontakt halten
    - Unterstützung durch Rückhalt geben
    - Sich evtl. mit Hilfe Dritter über eigene Gefühle klar werden
    - Sich vernetzen, selbst beraten lassen
    - Eigenes Verhalten transparent machen
    - Wunden verbinden, aber deutlich machen, dass Zuwendung auch anders gegeben werden kann



    Was nicht hilft:


    - Ignorieren, Leugnen
    - Ängstliche, Vermeidung des Themas (dies verstärkt die ohnehin vorhandene Scham- Schuldgefühl bei Jugendlichen)
    - Wegnehmen oder Verstecken von scharfen Gegenständen
    - Vorwürfe
    - Das Stellen eines Ultimatums
    - Versprechungen machen, die man nicht einhalten kann („ Ich bin immer für dich da. Tag und Nacht“)
    - Eigene Grenzen missachten



    Tipps für Eltern:


    - Den Betroffenen Rückhalt geben, egal was kommt
    - Selbstverletzendes Verhalten als dringendes Warnsignal ernst nehmen und es nicht als Spinnerei oder Marotte abtun
    - Körperliche Nähe anbieten. Auf Freiwilligkeit achten und die/ den Jugendlichen nicht zur Nähe zwingen
    - Keine Schuldzuweisungen treffen
    - Die Bereitstellung von Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel zur Wundversorgung und Salben zur Narbenpflege ist sinnvoller, als Rasierklingen und Messer einzusammeln und wegzuwerfen
    - Keine Verbote und Bestrafungen im Zusammenhang mit Selbstverletzendem Verhalten aussprechen. Liebesentzug oder Schläge und andere körperliche Bestrafungen sind fehl am Platz
    - Sich umfassend über Selbstverletzendes Verhalten informieren (Bücher, Internet, Austausch mit Betroffenen)
    - Sich selber Hilfe suchen, wenn Sie merken, dass Sie sich schlecht fühlen oder sich in Ihren normalen Aktivitäten zunehmend gelähmt fühlen
    Als Eltern akzeptieren, dass gerade in der Pubertät andere Erwachsene eher ins Vertrauen der Jugendlichen gezogen werden


    Kommunikationsregeln:


    1. Spreche von dir selbernn und den Sorgen, die du dich um den/die Jugendliche machst
    2. Sicher nur Unterstützung zu, die realistisch und für dich machbar sind
    3. Zeige Mitgefühl statt Mitleid: Versuche einfühlsam, die Handlungen, Gefühle, Motive zu verstehen ohne mitzuleiden und den Betroffenen zu bedauern.
    4. Unterlasse jegliche "Retterhaltung"
    5. Vermeide Vorwürfe, nur ein neutraler Umgang mit den Ereignissen verhilft zur Lösung


    Tipps für Pädagogen:


    - Selbstverletzendes Verhalten keinesfalls ignorieren. Du solltest immer wieder Gesprächsbereitschaft aufzeigen, die auch umgesetzt werden können.
    - Nur die Konsequenzen aufzeigen, die auch umgesetzt werden können.
    - Jugendliche nicht unter Druck setzen.
    - Gemeinsam über Schule, Ausbildung oder Arbeit hinaus Gedanken zum Tagesablauf machen
    - Weder ein großes Drama mit Mitleidsbekundungen machen, noch verharmlosen. Selbstverletzendes Verhalten ist mehr als ein vorübergehendes Stimmungstief
    - Stimmungsschwankungen von Betroffenen akzeptieren
    - Keinen Druck ausüben, um Wunden und Narben gezeigt zu bekommen, diese Art von Kontrolle ist wenig hilfreich.
    - Über Selbstverletzendes Verhalten informieren ( Bücher, Internet, Austausch mit Betroffenen )
    - Sich über Beratungsstellen und Therapieeinrichtungen in der Region informieren
    - Sich selbst Hilfe suchen, wenn du merkst, dass du überfordert und hilflos fühlst.
    - In Einrichtungen sollte eine Abstimmung über ein gemeinsames Vorgehen erfolgen


    ( aus der Broschüre Zeit Zeichen: Schnippeln und Ritzen)


    Wenn jemand noch was ergänzen möchte darf es gerne.

    Hallo,
    ich finde es echt toll, dass es einigen von euch helfen kann und ich bin froh das geschrieben zu haben, weil ich merke das nur wenige wissen, was das ist. Ich hoffe es kann euch etwas weiter helfen.
    LG

    Hallo Karatetiger,


    danke. Ist nich schlimm, dass du nichts mehr weißt, alleine dass du die Idee gut findest hilft mir und bestätigt mein Vorhaben.


    LG

    Hallo,
    ich wollte das mal hier reinstellen, weil mir das geraten wurde zu machen und weil mein Arzt das für ne tolle Idee fand. Außerdem hab ich das Gefühl, wenn ich so was bei mir hab, dass die anderen in meiner Kriese nicht ratlos rum stehen sondern wissen was sie machen können.

    Dazu willl ich was erzählen, was ich aber auch schon im anderen Bereich geschrieben hab und zwar die Situation, als ich auf einmal fast nicht mehr reden und kaum noch schreiben konnte. Da ist mir eingefallen, wie hart es ist sich damit zu verständigen und ich fand es sünde, weil die anderen nicht wussten, was sie machen konnten.


    Dann hab ich vom Kriesenpass gehört und mir wurde erzählt, dass ich im Notfall so was bei mir haben könnte, denn darauf stehen Informationen, die dem Gegenüber helfen könnten zu wissen, wie sie reagieren können. Mir gibt es auch etwas Sicherheit, weil dann nicht völlig Kommunikationslos da stehe.


    Hier hab ich mal ein Muster:


    - Hallo,
    - ich leide an:
    - Deswegen kann ich ... nicht. Und hab ihnen einige Tipps aufgeschrieben, damit Sie nicht so hilflos dastehen.
    - Bitte setzen Sie mich nicht unter Druck.
    - Im Notfall bitte die Nummer: ... anrufen.
    - Mir würde ... helfen
    - Wenn ich mich selbst ... gemacht hab:
    - Und bringen Sie mich bitter erst mal aus der Situation bzw. Bereich, damit ich mich etwas besser beruhigen kann.
    - Ich werde auch bald wieder ... können. Ich muss mich nur etwas beruhigen.


    - Mit freundlichen Grüßen,
    ...


    So das würde ich dann gerne schreiben:


    Hallo,
    ich leide an einer psychischen Erkrankung. Deswegen kann ich momentan kaum Reden und auch nicht richtig schreiben. Deswegen hab Ihnen einige Tipps aufgeschrieben, damit Sie nicht so hilflos dastehen:


    - Bitte setzen Sie mich nicht unter Druck.
    - Im Notfall bitte die Nummer: ... anrufen.
    - Mir würde ein ruhiger Ort helfen und das weinen.
    - Wenn ich mich selbst verletzt hab: starkes/übertriebenes Kratzen, oder kneifen holen sie bitte was zum kühlen.
    - Und bringen Sie mich bitter erst mal aus der Situation bzw. Bereich, damit ich mich etwas besser beruhigen kann.


    Ich werde auch bald wieder reden können. Ich muss mich nur etwas beruhigen.


    Mit freundlichen Grüßen,



    Ich würde es toll finden, wenn ihr mir Tipps, Anregungen und/oder eure Meinung schreiben würdet.


    L G Senaja
    Auf die Rückseite würde ich dann noch Kriesenpass schreiben.